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Blitztest: Der neue Toyota RAV4
Das Alpha-Tier im SUV-Segment tritt zur Titelverteidigung an

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02.07.2010

Die neue Generation des RAV4 ist zu einer für Toyota äußerst schwierigen Zeit auf den Markt gekommen - die unselige und unfaire Diskussion der vergangenen Monate (Stichworte: Gaspedal, Rückrufaktionen) hatte dem Konzern zuletzt erheblich zugesetzt. Deshalb kam der Wagen auch zur absolut richtigen Zeit - mit der Neuauflage kann unter Beweis gestellt werden, was nicht nur Insider längst wissen: Dass Toyota nämlich zu keiner Zeit verlernt hat, qualitativ hochwertige Autos zu bauen.

Toyota RAV4 Modelljahr 2010 im Test

Optisch, technisch, haptisch - der RAV4 ist in jeder Hinsicht schöner, reifer und besser geworden. Gute Voraussetzungen also, dass er mit seinem Bündel an Neuerungen zur  Rehabilitation des Markenimages entscheidend beiträgt.

Und noch eine Aufgabe wurde ihm mit auf den Weg gegeben: Die Rückeroberung  Des SUV-Segments. Denn dass es auch Alpha-Tiere nicht leicht haben, musste man bei Toyota nach jahrelanger Vorherrschaft im SUV-Revier zur Kenntnis nehmen. Konkurrenz lauert an jeder Ecke - bereit, jede Schwäche auszunutzen, um die Rangordnung umzudrehen. Seit auch der letzte Autohersteller erkannt hat, dass man hier - weit abseits des Volumenmarktes und wider alle Öko-Trends - mit einem marketingtechnisch gut positionierten Auto noch richtig gutes Geld verdienen kann, gibt es im ehemaligen SUV-Karpfenteich nämlich fast nur noch Hechte.

Toyota RAV4 Modelljahr 2010 im Test

Die Folge: Der RAV4 musste sich in den Verkaufsstatistiken zuletzt Fahrzeugen wie dem Yeti, dem Tiguan und dem Qashqai geschlagen geben. Autos  Und selbst die Kleinen im Segment knabberten an seinen Verkaufszahlen

Toyota hat auf diese Doppelbelastung - öffentliche Kritik und Druck vom Mitbewerb - mehr als adäquat reagiert: Nicht mit großen Gesten, Mega-Marketingaktionen oder hochtrabenden Reden vor Senaten, sondern: Mit voller Konzentration auf die Weiterentwicklung der  Produkte. Beim RAV4 ist das Ergebnis mehr als nur beachtlich. Mit allen Sinnen ist wahrnehmbar, wie dieses Fahrzeug verbessert wurde.

Toyota RAV4 Modelljahr 2010 im Test

Dabei ist das brandneue Modell außen gar nicht so leicht zu identifizieren. Für uns das eindeutigste Erkennungszeichen: Der Kühlergrill hat jetzt einen sanften Schwung nach oben, deutet im Unterschied zum Vorgänger ein sanftes Lächeln an. Ein Lächeln der Souveränität und des Selbstbewußtseins? Das wäre nicht unangebracht angesichts  der neuen, zusätzlichen Werte des Autos.

Seine wahren Werte offenbart der RAV4 nachdem man eingestiegen ist. In unserem Testwagen war die neue Leder-Alcantara-Mischung auf die Sitze aufgezogen - mit ihrem dunklen Grau wertet sie den Innenraum ungemein auf. Das Gesamtbild des Innenraumes ist  hochwertig und harmonisch - letzteres war bei Toyota-Fahrzeugen bislang keine  Selbstverständlichkeit. Ein schönes, ebenfalls mit Leder bezogenes, dickkranziges Lenkrad und die neu gestalteten, eleganten Armaturen runden den ungemein positiven Eindruck vom Innenraum ab.

Toyota RAV4 Modelljahr 2010 im Test

Weiters durften wir mit unserem Testwagen erstmals einen RAV4 mit Automatik bewegen; das für die Passagiere fast unmerklich zwischen seinen 6 Schaltstufen wechselt und eine harmonische Beziehung mit dem 2.2 D-4D Dieselmotor eingegangen ist. Aus 2.231 Kubikzentimetern leistet dieses Triebwerk mehr als ausreichende 150 PS, das maximale  Drehmoment von 340 Newtonmetern ist üppig vorhanden und versorgt den Wagen in jeder Fahrsituation mit ausreichend Power.

Das Fahrwerk agiert unter den Argusaugen des neuen Systems "IADS". Dieses "Integrated Active Drive System" vernetzt mithilfe zahlreicher Sensoren den permanenten Allradantrieb mit dem elektronischen Stabilitätsprogramm, das bei Toyota VSC heißt. Der Allradantrieb überwacht und reguliert kontinuierlich die Verteilung der Antriebskräfte zwischen Vorder- und Hinterachse.

Das Gesamtsystem sorgt für viel Sicherheit und Stabilität - und schaut auch (erfolgreich) drauf, das übermütige Testpiloten bei ihren Auslotungsversuchen stets Asphalt unter den Reifen behalten. 

Wird der Asphalt bewusst gegen unbefestigtes Terrain getauscht, steht es dem Fahrer frei, die variabel zwischen den Achsen verteilte Kraft in einem fix definierten Verhältnis von 55:45 zwischen Vorder- und Hinterachse zu verteilen. Das sorgt für deutlich mehr Traktion für Schlechtwege oder verschneite Zufahrten zum Skilift-Parkplatz. Ein echter Geländewagen ist der RAV4 deswegen noch nicht, will er aber auch gar nicht sein.

Mit dem Modelljahr 2010 sind wir mit Sicherheit den besten RAV4 aller Zeiten gefahren, hinsichtlich Ausstattung, Komfort, Antriebsstrang und Qualitätsanmutung seinen Vorgängern haushoch entwachsen. Wenn Sie bedenken, dass schon die älteren RAVs wirklich keine schlechten Autos waren, können Sie sich vielleicht vorstellen, wie gut der neue geworden ist.

Die auferlegte Doppelbelastung - einen bedeutenden Teil zur Wiederherstellung des Markenimages beizutragen und das SUV-Segment zurückzuerobern - sollte mit diesen Qualitäten ernsthaft machbar sein.

gelaendewagen.at Test Nr. 92
Fotos: gelaendewagen.at

 
(c) allradnews.at & gelaendewagen.at